Die Kurzwelle (3-30 MHz) spielt seit Jahrzehnten eine bedeutende Rolle in der militärischen Kommunikation. Aufgrund ihrer einzigartigen Ausbreitungseigenschaften, insbesondere der Möglichkeit, durch Reflexion an der Ionosphäre große Distanzen zu überbrücken, bleibt sie ein wesentliches Element moderner militärischer Funktechnik.

In militärischen Anwendungen werden jedoch auch höhere Frequenzbereiche bis etwa 55 MHz genutzt, insbesondere für taktische Kommunikation und spezialisierte Anwendungen.
Vorteile der Kurzwellenkommunikation
- Große Reichweite: Kurzwellenfunk kann über tausende Kilometer hinweg kommunizieren, ohne auf Satelliten oder Kabelverbindungen angewiesen zu sein.
- Unabhängigkeit von Infrastruktur: Anders als Mobilfunknetze oder Internetverbindungen benötigt Kurzwellenfunk keine festen Netzwerke, was ihn besonders für militärische Operationen in entlegenen Gebieten wertvoll macht.
- Resistenz gegen Störungen: Moderne militärische Kurzwellenfunksysteme können durch Frequenzsprungverfahren und Verschlüsselung Abhör- und Störangriffen widerstehen.
- Flexibilität: Durch Frequenzwechsel können sich Truppen an veränderte Umweltbedingungen anpassen und alternative Kommunikationswege nutzen.
Bekannte militärische Frequenzbereiche
- 3-30 MHz: Klassischer Kurzwellenbereich für Langstreckenkommunikation.
- 30-55 MHz: Höhere Frequenzbereiche, die für taktische Kommunikation im Gelände genutzt werden, insbesondere durch Boden- und Fahrzeugfunksysteme.
- 4,75-5,06 MHz und 6,515-6,775 MHz: Häufig von Militärs für strategische Funknetze genutzt.
- 50-54 MHz: In einigen Ländern für militärische und zivile Anwendungen mit geteilter Nutzung reserviert.
Einsatzbereiche beim Militär
- Strategische Kommunikation: Kurzwellen werden oft für den Kontakt zwischen Hauptquartieren und weit entfernten Einheiten oder Kriegsschiffen genutzt.
- Notfallkommunikation: Falls moderne Kommunikationssysteme ausfallen, bietet der Kurzwellenfunk eine krisensichere Alternative.
- Geheimdienstliche Anwendungen: Nachrichtendienste verwenden Kurzwelle zur Übertragung verschlüsselter Meldungen (beispielsweise “Numbers Stations”).
- Psychologische Kriegsführung: Kurzwellenrundfunk kann genutzt werden, um Informationen oder Propaganda in feindliche Gebiete zu senden.
Länder mit militärischer Nutzung der Kurzwelle
- Russland: Setzt Kurzwellenkommunikation intensiv für Langstreckenkommunikation und strategische Operationen ein.
- China: Nutzt Kurzwellen für militärische Hochfrequenz-Kommunikation, insbesondere in abgelegenen Regionen.
- USA: Obwohl stark auf Satellitenkommunikation fokussiert, werden Kurzwellen weiterhin als Backup-System und für spezielle Anwendungen genutzt.
- Indien: Verwendet Kurzwellenkommunikation für militärische Operationen in bergigen und abgelegenen Regionen.
- Nordkorea: Nutzt Kurzwellen für geheime militärische Kommunikation und zur Verbreitung von Propaganda.
Zukunft der Kurzwellenkommunikation
Trotz des Aufkommens neuer Technologien wie Satellitenkommunikation bleibt die Kurzwelle eine essentielle Backup-Lösung für Militärs weltweit. Fortschritte in digitalen Modulationsverfahren und adaptiven Antennensystemen verbessern stetig die Effizienz und Sicherheit dieser Technik.
Zusammenfassend ist der militärische Kurzwellenfunk ein unverzichtbarer Bestandteil sicherer und unabhängiger Kommunikation in Krisensituationen und militärischen Einsätzen.