Mag-Loop ist keine Alternative

Die Magnetic-Loop Antenne ist zwar eine Platzsparende Antenne, sie hat jedoch sehr viele entscheidende Nachteile. Klar, wenn jemand sehr wenig Platz hat ist es eine gute Antenne, sie ist auch sehr selektiv, was wiederum zum Nachteil wird. Man kann nicht einfach so über das Band drehen um Stationen zu finden, man bräuchte dann schon eine automatisch mitlaufende Abstimmung. Aber auch dann kann man z.B. den Spectrum-Analyser nicht verwenden, weil die Antenne, wenn sie gut ist, nur kleine 20kHz abdeckt, oder noch weniger.

Deswegen steht sie, meiner Meinung nach, nur als “letzte Lösung” dar. Wenn man sonst nichts aufhängen kann, nichts aufbauen, man wohnt im Bunker… dann kann man sie verweden. Allen anderen würde ich zu einer breitbandigeren Antenne raten. Sie ist zwar eine der interessantesten Antennen, aber auch die mit den meisten Einschränkungen.

Eine gute Mag-Loop kann aber, wie kaum eine andere Antenne, indoor benutzt werden. Auch aus dem Keller soll es gut funktionieren, oder aus neumodischen Betonbunkern. Sie hilft auch gegen QRM mit ihrer Schmalbandigkeit.

Gute gebrauchte Transceiver

Die Einleitung

Yaesu, Icom und Kenwood, das sind die drei Könige der Amateurfunk-Transceiver. Drei Hersteller, die jeweils unterschiedlich die Geräte designen, konzipieren und bauen. Ich beschreibe hier einige Kurzwellen-Geräte.

Klar, es gibt noch weitere Hersteller, wie Elecraft, Ten-Tec usw, diese sind aber recht speziell und meist teurer.

Auf dem Gebrauchtmarkt tümmeln sich Unmengen an gebrauchten Geräten, neuer, älter… und sehr alt. Auch der Zustand variiert von Gerät zu Gerät, abhängig von der Einstellung der Vorbesitzer. Einige pflegen ihre Geräte, die anderen nicht so besonders. Darauf sollte man als erstes achten. Sehr viele Kratzer, völlig vedreckte Regler und Knöpfe sind schon mal die ersten Zeichen für schlechte Pflege. Diese sollte man meiden, ausser man weisst, was man tut. So einen TRX muss man dann nach dem Kauf erstmal reinigen.

Abgleich und Aufwand

Einen Abgleich können alle nötig haben, ob von Aussen sauber oder nicht, sei es nur die Referenzfrequenz, um genau auf der Frequenz zu liegen. Viele der Geräte (z.B. die ganze Yaesu GX-Serie) sind schlecht zu öffnen, sie bestehen z.B. aus 2 oder mehr Teilen, die per Scharniere aufgeklappt werden. Dabei muss man auf Kabelverbindungen achten und der Abgleich gestaltet sich schwierig. Der Yaesu FT-900 ist auch nicht gerade Wartungsfreundlich. Einige TRX, wie der Kenwood TS-830 sind zwar sehr gut, erfordern eventuell aber manchmal neue Röhre(n) und dadurch auch Arbeit an sehr hohen Spannungen (bis über 1kV), was nicht jedermanns Sache ist. Deswegen versuche ich hier Transceiver auszuklammern, die zwar in die Preiskategorien reinpassen würden, aber sehr viel Arbeit mit Abgleich erfordern. Auch alle Röhren-TRX lasse ich aus. Andere wiederum können Defekte Teile haben, die schwierig oder gar nicht mehr aufzutreiben sind.

Rauchen im Shack

Viele Funkamateure sind Raucher. Geräte, an den geraucht wurde (es reicht schon in dem Raum/Wohnung) sollte man eigentlich nicht kaufen. Man erkennt sie am Belag am Gehäuse, Display, S-Meter und eigentlich allem. Ausserdem riecht man es, denn sie riechen halt wie ein abgestandener Raucherzimmer. Auch im Inneren sind sie meist mit Belag behaftet der mit Hausmitteln nicht so einfach zu reinigen ist. Deswegen sollte man solche Geräte vermeiden, auch wenn man selbst Raucher ist, aber z.B. nur woanders raucht.

Allgemeiner Funktionsumfang

Alle von den hier beschriebenen TRXen haben Kurzwelle, einige 6m, und noch wenigere haben 2m oder 70cm. Manche brauchen für FM ein extra-Board, manche haben es gar nicht, was für FM-Repeater auf 10m nicht gerade förderlich ist. Auch alle haben mind. 100W Output, von einigen gibt es aber QRP (meist 10W) Versionen, teilweise passiv gekühlt.

Kosten und Gebrauchtpreise

Wenn man einen gebrauchten kaufen möchte, muss man sich erstmal im Klaren sein, wieviel Geld man aufwenden möchte. Ich teile es einfach mal in etwa 5 Gruppen auf:

  1. Bis etwa 300€, alte, meist sehr strapazierte Geräte, die man aber für den Anfang nehmen kann, wie z.B. Kenwood TS-120 bis 440, Icom IC-731, basis, aber funktionieren und man damit genauso schön funken
  2. Bis etwa 500€, einfach, meist Mobiltransceiver, oder ältere Stationsgeräte, hier als Beispiel Kenwood TS-450, Icom IC-751(A), IC-706(alle), Yaesu FT-100, FT-840, FT-450, seltener ein eingebauter Tuner, meist nur 1-2 Filter
  3. Bis etwa 800€, komfortabler, man bekommt in dieser Preisklasse schon einiges geboten, etwa Kenwood TS-570(D), Icom IC-7410, Yaesu FT-990, meist ist da schon ein eingebauter Tuner drin, einige Filter zur Auswahl
  4. Bis etwa 1100€, meist schon sehr hochwertige und neuere Geräte, die einfach irgendwo ausgedient haben, wie z.B. Yaesu FT-1000(D,MP,usw.), FT-950, Kenwood TS-590, Icom IC-7300, IC-756 Pro3, meist sehr viele Filtermöglichkeiten, DSP oder sogar SDR
  5. Über 1100€, hier sind auch fast neue (relativ), volldigitale Geräte zu finden, wie der Icom IC-7600, Yaesu FT-2000, Kenwood TS-2000, TS-950, es sind schon ordentliche Geräte, die sehr viele Möglichkeiten bieten

Diese nicht kaufen

Einige Geräte würde ich nicht kaufen, weder neu noch gebraucht. Dazu gehören schlecht zu wartende TRX, Röhrengeräte (auch nur Endstufe) und auch die, die in jetzigem Alter schon auseinander fallen.

  • Yaesu xxx GX – diese Serie ist wie ein Buch aufgebaut, und dementsprechend ist die Wartung schwierig, man muss die aufklappen und penibelst auf die Verkabelung achten.
  • Yaesu FT-900 – sehr stark komprimiert, schwierig zu warten, da einiges ausgebaut werden muss, oder liegt frei fliegend. Man kommt beim geöffneten Gerät nicht gleichzeitig an alles dran.
  • Alle Röhrengeräte und alle Hybride, also transistoriert, aber mit Röhrenendstufe. Diese arbeiten mit ziemlich hoher Spannung (bis zu 1kV) und man kann schnell und laut sterben und es nicht mal mitbekommen.

To be continued…

Zusatzgeräte und Zubehör

Dazu rechnen kann man z.B. ein neues Mikrofon (30-100€), ev. einen Antennentuner (bis 200€), Antennenkabel (etwa 1€/m) und die Antenne selbst, für Kurzwelle bevorzugt etwas aus Draht, was nicht viel kosten sollte (etwa 20€). Meist auch ein Netzteil (etwa ab 40-50€). Zusammen kann man also ab etwa 500€ auf Kurzwelle QRV werden. Nach oben ist natürlich kein Limit gesetzt ;)

Reinigung nach dem Kauf

Bei der Reinigung benutze ich immer die Baby-Feuchttücher von Hipp, sowie für die Regler einfach Wasser mit Seife und eine Bürste. Damit bekommt man schon fast jeden Dreck weg. Die Regler und Knöpfe sollte man vorher abziehen, und in einer Schüssel mit Wasser und Seife mit der Bürste reinigen, dann trocknen und wieder dran machen. Während sie trocknen kann man mit den Feuchttüchern das Gehäuse, Display, etc. reinigen. So bekommt man auch ein von Aussen versifftes Gerät recht gut gereinigt.

Mechanische Instandsetzung

Einige der Regler können schwergängig sein, die Potentiometer können knacksen, Schalter nicht richtig schalten und der VFO-Knopf kann etwas Spiel haben. Das sind aber alles Sachen, die man auch mit einfachen Mitteln wieder aufbereiten kann. Aber auch den Staub aus dem Inneren sollte man mit Druckluft rauspusten, da er die Wärmeabfuhr behindert und einige Teile schneller altern lässt. Die Potentiometer und Drehregler kann man an den Achsen mit WD40 reinigen und dann einschmieren oder einölen.

Beschreibungen und weitere TRX

Kenwood TS-120 – sehr netter TRX für Anfänger, ohne WARC-Bänder, gibt es auch als V Version mit 10W, passiv gekühlt.

Kenwood TS-130 – die nächste Version vom 120er, dafür mit WARC Bändern und paar Funktionen mehr. Analoges VFO, nur AFU-Bänder.

Icom IC-726 – gutes kleines Gerät, hat auch 6m. Leicht und relativ klein, trotzdem 100W. Man sollte die Speicherbatterie wechseln. Aufrüstbare CW-Filter.

Icom IC-731 – gutes kleines Arbeitstier, etwa wie IC-736, hat nur kein 6m, dafür mehr Einstellmöglichkeiten.

Kenwood TS-440 – letzter aus der “ersten” Reihe, nicht so berauschend gut, kann aber, nach Abgleich gut verwendet werden.

Kenwood TS-450 – sehr schöner Stations-TRX, sollte mindestens die SSB-Filter haben in den beiden ZFs. Gepflegt arbeitet er sehr gut.

Icom IC-751 – gibt es auch als bessere A Version. Hat Probleme mit Speicher und Batterie. Wenn man es leer laufen lässt, dann verliert er seine Programmierung und kommt nicht mehr wieder hoch. Dafür sollte er PIEXX Board haben, dann passiert es nicht. Ansonsten ein Top-TRX für seinen Preis.

Icom IC-751A – der bestbewertete TRX bei eham.net. Ansonsten wie IC-751.

Icom IC-706 – den gibt es in verschiedenen Versionen, vom ersten 706 bis 706MKIIG, der auch 70cm hat. Sollte die Extra-Filter haben. Sehr solides Arbeitstier. Hier kann man kaum was falsch machen. Das Frontpanel kann leicht wackelig sein, man kann aber mit paar Schichten Klebebank nachhelfen.

Yaesu FT-100 – ein solider mobiltransceiver, gibt es auch als D Version, solider mobil-TRX

Yaesu FT-840 – ein basis-Stationstransceiver. Hat nicht viel, hält aber viel aus. Sollte unverbastelt sein, und mit FM-Board.

Yaesu FT-450 – ist der kleine Bruder von dem FT-950, kleines Eierlegendes-Woll-Milch-Meerschweinchen. Hat ZF-DSP und eingebauten Tuner. Sollte er keinen haben, so wurde er entfernt.

Kenwood TS-570 – letzter der Serie mit Analog, danach kam der TS-590. Dieser hier ist auch sehr gut, man kann hier auch wenig falsch machen, wenn er gut erhalten ist und alle Filter hat.

Icom IC-765 – ein riesiges Schiff. Wer alles in Gross mag, ist hier richtig. Je mehr Filter, desto besser. Sollte eingebautes Netzteil haben.

Icom IC-746, 746PRO, 7400 – eigentlich fast der gleiche TRX, die erste Version, die PRO ist die zweite (aus USA) und der 7400 ist die EU Version von 746PRO. Hat auch 2m, all-mode, aber sollte CR-338 haben, ansonsten sehr ungenau auf 2m.

Icom IC-7410 – ein guter Nachfolger von dem IC-746, sollte beide Roofing-Filter drin haben. Hat einen ZF-DSP, ist im Prinzip wie der 7600, nur mit weniger Display.

Yaesu FT-990 – kleiner Bruder von dem FT-1000, hat nicht so viele Funktionen, geht aber auch gut.

Yaesu FT-1000 – ist in allen Versionen gut und sehr ausgereift. Ab MP hat er auch DSP, die recht gut ist, trotz Alters. Hat trotzdem noch Filter, je mehr, desto besser. Antennentuner braucht manchmal bisschen Öl.

Yaesu FT-1000MP – sehr gutes Gerät, stabil, sollte alle Filter haben. Hat DSP, die nicht blechernd klingt, und man kann zwischen analog und digital umschalten, bei RX und TX. Hier kann man, bei guter Erhaltung, auch nichts falsch machen. Die kleinen Drehgeber neigen zum Prellen.

Yaesu FT-950 – gutes, solides Gerät. Yaesu-typische Bedienung, Menü leicht komisch, weil fast alles abgekürzt. Sonst top Gerät. Alle Roofing-Filter sollten drin sein.

Kenwood TS-850 – kleiner Bruder der TS-950 Serie, gutes Gerät, nur die kleineren Drehknöpfe können brechen.

Kenwood TS-590 – digitaler Nachfolger von TS-570. Hat sehr viele Optionen, gibt es auch in einigen Versionen.

Icom IC-7300 – ja, die Eierlegende-Woll-Milch-Sau gibt es schon gebraucht, kann alles, hat alles.

Icom IC-756 Pro III – das ist die letzte Version des IC-756, danach kam nichts mehr aus der Serie. Man kann hier wenig falsch machen, man sollte nur aufpassen, dass alles (inkl. dem Tuner) funktioniert. Sehr guter Empfänger und Sender. Fast ein Referenzgerät.

Icom IC-7600 – der letzte Schrei in der Preisklasse vor dem IC-7300. Hat zwei Empfänger, alle möglichen Filter per ZF-DSP. Sollte nur sauber sein und das Display unzerkratzt. Hier kann man nicht viel falsch machen. Von Technik her intern fast wie IC-7410, nur mit mehr Display und mit Spektrumanzeige.

Yaesu FT-2000 – im Prinzip wie der FT-950, nur mit 2 Empfängern und einiges grösser.

Yaesu FT-2000D – wie FT-2000 nur mit 200W und mit externem Netzteil (sollte dabei sein).

Kenwood TS-2000 – spezielles Gerät, muss man mögen. Technisch recht gut. Man muss selbst abwägen, ob man die geschwungene Beidienplatte mag. Mit TH-D72 kann remote-Betrieb über Funk erfolgen.

Kenwood TS-950 – in allen Versionen (grösste ist SDX) eine gute DX-Maschine.

To be continued…

Etwas über lange Drähte

Vor einigen Monaten gab es in einer Facebook-Gruppe eine Diskussion über “Langdraht-Antennen” mit einem “Un-Un”.

Ich habe damals, da der Poster etwa 17m Draht hinhängen konnte und über einen Un-Un speisen wollte, folgendes dazu geschrieben:

“OK, dann rechnen wir mal nach… bei 160m ist 17m ziemlich ziemlich niederohmig, da wird es nicht gehen. Bei 80 ist es ca. ne viertelwelle… d.h. bischen weniger als 50 Ohm, ich ziele auf ca. 38 Ohm. Also auch nix für UnUn. Bei 40m ist es fast halbe lambda… ich sage mal, das sind paar kOhm… lass es sogar nur 2kOhm sein… auch nix für 9:1. Dann weiter… 30m… etwas über lambda halbe… wird wie 40m sein. 20m… a ja… fast ne Vollwelle, aber auch nur fast, aber genug, damit die impedanz hoch ist, wird auch durch 9 geteilt und bleibt immer noch hoch. 15m… fast ganze welle… hoch… 10m… anderthalb und bischen… also auch noch hoch… den rest lasse ich… es ist fast alles hochohmig… und unterste freqenz wird zwischen 80m und 40m liegen. Ergo: es wird NICHT MAL BISCHEN angepasst. In keinem Fall ist der UnUn von Vorteil, zumindest bei dieser Länge. Und nein, bei anderen auch meist nicht… Ein UnUn ist leider, was viele vergessen, nur für Empfang gut. Wobei da auch nicht immer… und dann noch die Frage: wo ist das Gegngewicht? Wird gleich “abgetrennt” mit der MW-Sperre. kann also auch kein Strom fliessen, der notwendig ist für die Strahlung.”

Was man natürlich wissen sollte: eine Langdrahtantenne ist grundsätzlich eine Drahtantenne, die auf der tiefsten Frequenz mindestens eine Wellenlänge lang ist, besser noch länger. Wenn man also einen kurzen Draht hinhängt, dann ist es höchstens eine Drahtantenne, also sogenannte “random-wire”. Diese verhält sich meist sehr schlecht.

Zusätzlich war meine Aussage zum Un-Un die folgende:

“Ja, und ich habe ja beschrieben, wie er transformiert… einfach die Impedanz durch 9 teilen. Wenn es (unter 40m) auf unter 50 Ohm kommt, dann wird der starke Strom bei kleiner Spannung eh an dem Ohmschen Widerstand der Speiseleitung in Wärme verbrannt sein. Bei hoher Spannung wird der Sender über den UnUn belastet, d.h. er gibt max. 1/10 der Energie weiter. Also in jedem Fall ist es kacke. Aber… man sollte das mit UnUn immer einmal im Leben versuchen. Und danach weiter machen ;)”

Das meine ich auch so. Auch ich habe mich lange mit Un-Uns aufgehalten. Ja, manchmal sind sie gut, besonders zum hören, sicher! Aber beim Senden verhält sich die Antenne leider anders.