HF Propagation im Aktivitätsminimum

Wir befinden uns in einer Flaute. Zwar merken die meisten von uns diese Flaute nicht, sie ist aber da und wird noch einige Jahre andauern.

Ich spreche von der Sonnenaktivitätsflaute. Die Sonne durchgeht je 11 Jahre einen Zyklus, der “Sonnenzyklus” genannt. Von diesem Zyklus hängen die Ausbreitungsbedingungen der Funkwellen auf der Kurzwelle stark ab.

Das Sonnenaktivitätsminimum war eigentlich etwa im Jahr 2020, es geht aber langsam voran. Zwar geht die Sonnenaktivität schneller nach oben als später nach unten (steile Steigung, langsamerer Abfall), aber sie ist halt immer noch im Minumum.

Das bedeutet, dass die Kurzwellenaktivitäten wohl auf Frequenzen bis max 18MHz (17m-Band, tagsüber) beschränkt sind. Kurz nach dem Sonnenuntergang verschwindet schon 14MHz (20m-Band). Was bleibt ist (dürftig) 7MHz (40m), recht gut 3.5MHz (80m) und 1.8MHz (160m, Grenzwelle), was eigentlich erst einige Stunden nach dem Sonnenuntergang aufblüht. Allerdings habe ich schon mal einige schwache Aktivitäten im 15m-Band (21MHz) gehört, öfters FT8 und währens des letzten Contests im März dann auch eine SSB-Station.

Was ich aber, auch schon während einiger Contests beobachtet habe ist, dass auf einmal sehr viele Stationen da sind auf Bändern, die man schon tot sah. Wird wohl an dem liegen, dass die Menschen halt nicht CQ rufen, sondern nur mal auf die Spektrumanzeige schauen und nichts sehen.