Juniper Hardware-Architektur

Wer sich mit größeren Juniper-Routern beschäftigt, insbesondere der MX-, M- oder T-Serie, stößt früher oder später auf Begriffe wie FPC, MPC, PIC oder MIC. Gerade für Einsteiger wirkt die Hardware-Architektur zunächst etwas verwirrend, da Juniper unterschiedliche Modul-Generationen und Bezeichnungen verwendet, teilweise für Module mit gleicher oder ähnlicher Funktionalität.

  • Chassis – Das eigentliche Router- oder Switch-Gehäuse inkl. Backplane, Netzteilen, Lüftern und Steckplätzen für Routing- oder Interface-Module. Beispiele: Juniper MX960 oder Juniper MX480.
  • DPC (Dense Port Concentrator) – Ethernet-Linecard auf I-Chip-Basis für MX240/MX480/MX960. Es gibt außerdem spezielle Service-Varianten wie die MS-DPC (Multiservices DPC).
  • FPC (Flexible PIC Concentrator) – Linecard für M-, T- und MX-Serien. Ein FPC dient als Trägerkarte und kann mehrere PICs aufnehmen.
  • MPC (Modular Port Concentrator) – Trio-basierte High-Performance-Linecard für MX-Systeme. Ein MPC kann mehrere MICs aufnehmen und bietet deutlich höhere Performance sowie moderne Features gegenüber DPC/FPC.
  • PIC (Physical Interface Card) – Physische Interface-Karte für M-/T-/MX-Systeme, die in ein FPC eingesetzt wird. PICs stellen die eigentlichen Ports bzw. Interfaces bereit (z. B. GE, 10GE, STM).
  • MIC (Modular Interface Card) – Nachfolger bzw. modernes Interface-Modul für MX-Plattformen (MX5/MX10/MX40/MX80/MX240/MX480/MX960). MICs werden in MPCs eingesetzt.
  • PIM (Physical Interface Module) – Interface-Modul für J-Series- und SRX-Systeme, oft z.B. LTE/5G oder weitere Netzwerk-Ports.

Das Chassis – die Basis des Systems

Das Chassis ist das eigentliche Router- oder Switch-Gehäuse. Es bildet die Grundlage des gesamten Systems und enthält unter anderem:

  • Backplane bzw. Midplane
  • Netzteile
  • Lüfter
  • Routing Engine(s)
  • Steckplätze für Linecards

Bekannte Beispiele sind die Modelle Juniper MX960, Juniper MX480 oder Juniper MX240.

Das Chassis selbst stellt noch keine eigentlichen Netzwerkports bereit. Dafür werden zusätzliche Module benötigt.

FPC – Flexible PIC Concentrator

Der FPC (Flexible PIC Concentrator) ist eine klassische Linecard für die M-, T- und ältere MX-Serien.

Ein FPC dient primär als Trägerkarte für sogenannte PICs. Er übernimmt die Kommunikation mit dem Chassis und stellt die Verbindung zur Backplane her.

Vereinfacht gesagt:

Chassis → FPC → PIC → Netzwerkports

Ein einzelner FPC kann mehrere PICs aufnehmen.


PIC – Physical Interface Card

Die PICs (Physical Interface Cards) sind die eigentlichen Interface-Module, die in ein FPC eingesetzt werden.

Sie definieren die physikalischen Ports des Systems, beispielsweise:

  • Gigabit Ethernet
  • 10 Gigabit Ethernet
  • STM/SONET
  • ATM
  • andere WAN-Interfaces

Die PICs enthalten also die eigentlichen Netzwerkanschlüsse.


DPC – Dense Port Concentrator

Mit der MX-Serie führte Juniper die DPCs (Dense Port Concentrators) ein.

Eine DPC ist im Prinzip eine eigenständige Ethernet-Linecard auf Basis des sogenannten I-Chips. Im Gegensatz zum klassischen FPC/PIC-Modell besitzen viele DPCs bereits fest integrierte Ports.

Zusätzlich gab es spezielle Varianten wie:

  • MS-DPC (Multiservices DPC) für Service- und Stateful-Features

DPCs wurden hauptsächlich in folgenden Plattformen eingesetzt:

  • MX240
  • MX480
  • MX960

MPC – Modular Port Concentrator

Die nächste Evolutionsstufe war der MPC (Modular Port Concentrator).

MPCs basieren auf dem leistungsstarken Trio-Chipsatz und bieten deutlich höhere Performance sowie modernere Funktionen als ältere DPCs.

Typische Vorteile:

  • höhere Portdichte
  • bessere Skalierung
  • umfangreiche QoS-Features
  • moderne Subscriber- und Service-Funktionen
  • höhere Forwarding-Leistung

MPCs werden ebenfalls in MX-Systemen eingesetzt und bilden heute die Basis vieler moderner Juniper-Core- und Edge-Router.


MIC – Modular Interface Card

Die MICs (Modular Interface Cards) sind die modernen Nachfolger der PICs.

Sie werden in MPCs eingesetzt und stellen die eigentlichen Ports bereit.

Das Zusammenspiel sieht somit folgendermaßen aus:

Chassis → MPC → MIC → Netzwerkports

MICs kommen unter anderem in folgenden Plattformen zum Einsatz:

  • MX5
  • MX10
  • MX40
  • MX80
  • MX240
  • MX480
  • MX960

PIM – Physical Interface Module

Neben MX-, M- und T-Systemen verwendet Juniper bei den J-Series- und SRX-Plattformen den Begriff PIM (Physical Interface Module).

Ein PIM erfüllt grundsätzlich denselben Zweck wie PICs oder MICs:

  • Bereitstellung physischer Interfaces
  • Erweiterung des Systems um zusätzliche Ports

Die Bezeichnung unterscheidet sich hauptsächlich aufgrund der jeweiligen Plattform-Architektur.

Oft werden LTE/5G oder zusätzliche Netzwerk-Ports in der Form angeboten.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Filtered by Akismet. (privacy info).